GRUSSWORTE

[Ralf Bischof, Vorstand Naturstrom AG]
[Dr. Uta Rensch, amtierende Oberb├╝rgermeisterin]
[Konrad Heinze, ehemaliger Oberb├╝rgermeister]
[Thomas L├Ą├čker, Schulleiter Clemens Winkler Schule]
[Prof. Hans Joachim M├Âller, Vorstandsvorsitzender IRES]
[Dr. Hermann Scheer, Pr├Ąsident von Eurosolar, Tr├Ąger des Alternativen Nobelpreises]
[Dr. Franz Alt, Buchautor und Fernsehjournalist]



Gemeinsam f├╝r mehr Gr├╝nen Strom im Netz

Das B├╝rgerkraftwerk Freiberg und die Naturstrom AG haben eine gro├če Gemeinsamkeit: So wie heute in Freiberg haben sich Anfang 1999 in D├╝sseldorf Menschen zusammen gefunden, die einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten und zeigen wollten, dass man den Ausbau der Erneuerbaren Energien voran treiben kann. Mit Erfolg. ├ťber 10.000 Kunden haben uns inzwischen schon mit der Stromerzeugung aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse beauftragt, ├╝ber 60 Erzeugungsanlagen produzieren heute bereits in unserem Auftrag und speisen f├╝r unsere Kunden den Strom ins Netz ein.

Eine dieser Anlagen wird bald auch das B├╝rgerkraftwerk Freiberg sein ÔÇô ein Projekt, dem wir sofort unsere Unterst├╝tzung zugesagt haben. Die Einbindung der B├╝rger, die Kompetenz der Initiatoren, das Engagement aller Beteiligten, die rundum gelungene Projekt- und Finanzierungsplanung haben uns ├╝berzeugt. Und es hat uns sehr gefreut, ein solches Projekt in Sachsen zu finden, denn noch ist auf unserer ÔÇ×Erzeuger-LandkarteÔÇť im Osten Deutschlands viel Platz ÔÇô zu viel. Das wollen wir ├Ąndern ÔÇô und hoffen auf weitere ├╝berzeugende Anlagen-Planungen.

Der Energiemarkt ist seit der Liberalisierung massiv in Bewegung geraten. 100 % Erneuerbare Energien, zu 100% in Neuanlagen erzeugt - und das zu 100% regional vor Ort: So lautete von Beginn an die Philosophie der Naturstrom AG. ÔÇ×Gr├╝ner StromÔÇť, ÔÇ×NaturstromÔÇť, ÔÇ×SolaranlagenÔÇť, ÔÇ×Windr├ĄderÔÇť oder ÔÇ×Erneuerbare EnergienÔÇť ÔÇô kaum einer, der heute diese Begriffe nicht kennt. Sie stehen f├╝r unsere zuk├╝nftige Energieversorgung, aber auch f├╝r M├Âglichkeiten, als Anleger heute die Chancen im Strommarkt von morgen zu nutzen. Umweltschutz ist nicht nur f├╝r die Natur ein Markt mit vielversprechenden Perspektiven.


Ralf Bischof
Vorstand Naturstrom AG



Liebe Freibergerinnen und Freiberger,

unser Leben ist ohne elektrischen Strom nicht mehr vorstellbar. Dank der technischen Entwicklung sind wir heute in der Lage, Strom direkt aus dem Licht der Sonne zu gewinnen. Die Nutzung der Solarenergie schont die bereits schon knappen Ressourcen der Erde, vor allem aber die Umwelt. Solaranlagen auf den D├Ąchern unserer H├Ąuser k├Ânnen durchaus ├Ąsthetisch gestaltet werden und st├Âren das Landschaftsbild am wenigsten. Photovoltaikanlagen werden auch k├╝nftig zu den wenigen M├Âglichkeiten geh├Âren, gefahrlos elektrische Energie zu erzeugen.

Aus diesen Gr├╝nden ist die Errichtung eines "B├╝rgerkraftwerkes" auf dem Dach der Clemens-Winkler-Schule eine hervorragende Idee. F├╝r dieses Vorhaben schlie├čen sich viele B├╝rger zusammen, um es gemeinsam zu finanzieren. So ist es ein gro├čartiges Gemeinschaftsprojekt der Initiative f├╝r Regenerative Energien in Sachsens e.V. (IRES), der Freiberger Agenda 21 e.V., der Stadt Freiberg und ihrer B├╝rger. Regenerative Energie wird hier an einem Ort erzeugt, der sonst keinen Nutzen bringt. Au├čerdem k├Ânnen die Sch├╝ler Messdaten im Unterricht auswerten - praxisbezogener kann Unterricht nicht aussehen.

Ich bin von diesem Projekt ├╝berzeugt und bitte Sie, sich an diesem Projekt zu beteiligen, genau wie ich es bereits getan habe.

Ein herzliches Gl├╝ck auf!

Dr. Uta Rensch
Oberb├╝rgermeisterin


Liebe Freibergerinnen und Freiberger,

"Regenerative Energie" ist ein Schlagwort, das f├╝r viele von uns heute zum Begriff geworden ist. Auf vielen D├Ąchern unserer H├Ąuser sind Sonnenkollektoren zur Warmwasserbereitung aufgebracht oder sogar schon photovoltaische Elemente zur direkten Stromgewinnung.

Im Gegensatz zu den gro├čen zentralen Energieerzeugungsanlagen handelt es sich dabei gr├Â├čtenteils um verbrauchernahe kleine Anlagen. Somit r├╝cken sie der B├╝rgerschaft ein ganzes St├╝ck n├Ąher und der B├╝rger selbst hat die M├Âglichkeit der unmittelbaren Einflussnahme. Wir k├Ânnen darin vielleicht sogar ein demokratisches Prinzip erkennen.

Was liegt nun n├Ąher, wenn sich B├╝rger zusammentun, um gemeinsam eine Erzeugungsanlage zu finanzieren und auch an den Ertr├Ągen zu partizipieren? Genau diese Idee liegt dem "B├╝rgerkraftwerk" zu Grunde. Eine Energieerzeugungsanlage auf dem Dach der Clemens Winkler Schule wird von den B├╝rgern getragen und vom Staat ├╝ber F├Ârdermittel mitfinanziert.  So w├Ąre das ein hoffnungsvolles Modell f├╝r unsere Stadt, aber auch f├╝r Sachsen. Gleichzeitig w├Ąre es eine praktische Werbung f├╝r den Solarstandort Freiberg mit seiner bedeutenden Produktionskapazit├Ąt bei der Deutschen Solar. Und zum Dritten w├Ąre es ein wichtiger Beitrag zur umweltbewussten Energieerzeugung.

Ich m├Âchte Sie herzlich einladen, sich an diesem B├╝rgerkraftwerk zu beteiligen. Hier k├Ânnen wir handeln und wir sollten es tun.

Mit einem herzlichen Freiberger "Gl├╝ck auf!"

Ihr Konrad Heinze
Oberb├╝rgermeister (bis 31.07.2001)


Im Osten geht die Sonne auf ...

Wer kennt diesen Spruch nicht? In rasantem Tempo wenden wir uns der Gewinnung regenerativer Energien zu. Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von Solarstrom bieten eine interessante M├Âglichkeit klima- und umweltfreundlich Energie zu erzeugen. Schulen sind daf├╝r ideale Standorte, um Gemeinschaftsanlagen wie das B├╝rgerkraftwerk Freiberg zu errichten.

Wir begr├╝├čen aus p├Ądagogischer Sicht und als Investition in die Zukunft unserer Kinder die Installation einer solchen Anlage auf dem Dach der Clemens Winkler Schule in Freiberg und w├╝nschen uns f├╝r das Vorhaben gutes Gelingen. Gl├╝ck Auf!

Thomas L├Ą├čker
Schulleiter Clemens Winkler Schule


 Liebe Mitb├╝rger und Freunde der Solarenergie,

die Initiative f├╝r Regenerative Energien in Sachsen e.V. (IRES) setzt sich seit Jahren daf├╝r ein, in Freiberg mehr Solarenergie zu nutzen. Die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dazu sind zur Zeit so  gut wie nie zuvor.  Damit m├Âglichst viele B├╝rger an dieser Entwicklung teilhaben k├Ânnen, ist die Idee von "B├╝rgerkraftwerken" entstanden. Hier schlie├čen sich im Rahmen eines gemeinsamen Unternehmens B├╝rger zusammen, um eine gro├če Solaranlage zu finanzieren und zu nutzen.

Mit Unterst├╝tzung der Stadt und des Oberb├╝rgermeisters soll jetzt das erste B├╝rgerkraftwerk realisiert werden. IRES f├Ârdert dieses Vorhaben und m├Âchte Sie begeistern, sich daran zu beteiligen, damit Freiberg zu einem Solarstandort ersten Ranges in Deutschland werden kann.

Prof. Dr. Hans Joachim M├Âller
Vorstandsvorsitzender IRES


Gru├čwort von Hermann Scheer

Alle menschengemachten Umweltgefahren entstehen aus der Umwandlung von Energie und Rohstoffen und den dabei entstehenden Emissionen. Daraus ergibt sich eindeutig: Es gibt keine ├ťberwindung der Umweltgefahren ohne Abl├Âsung atomarer und fossiler Energien durch Erneuerbare Energien.

Die Einf├╝hrung Erneuerbarer Energien mu├č deshalb im Zentrum aller Bem├╝hungen zum Schutz der Umwelt stehen. Dies ist keine Aufgabenstellung der Energiekonzerne mehr, sondern eine, die auf lokaler Ebene angepackt werden mu├č. Denn Erneuerbare Energien m├╝ssen dezentral geerntet werden, wo sie von der Natur angeboten werden. Erneuerbare Energien: das bedeutet den Wandel von der Fern- und Fremdversorgung zur regionalen, lokalen und sogar individuellen Selbstversorgung mit Hilfe moderner Technik.

Erneuerbare Energien hei├čt also: Die Energietechniken f├╝r den dezentralen Einsatz m├╝ssen sich selbstverst├Ąndlich auf diesbez├╝gliche neue Industrien st├╝tzen, nicht zuletzt die Produktion von Fotovoltaik-Anlagen. In Freiberg sind daf├╝r wesentliche Grundlagen gelegt worden, vor allem im Bereich der Produktion von Solarsilizium. Dies ist der Keim f├╝r umfassende, ausbauf├Ąhige wirtschaftliche Perspektiven. Dies und die Verwirklichung des B├╝rgerkraftwerks Freiberg sind Signale in eine umweltfreundliche industrielle Zukunft.

Dass das B├╝rgerkraftwerk auf der Clemens Winkler Schule errichtet wird, ist ein weiteres Zukunftssignal, das genau an der richtigen Stelle errichtet wird. Es f├╝hrt die n├Ąchste Generation in ihre eigene Zukunft, die aufbaut auf Eigeninitiative und praktische Zukunftsverantwortung. Ich bin sicher, dass dieses B├╝rgerkraftwerk ein Beispiel f├╝r zahlreiche weitere Initiativen ist.

Dr. Hermann Scheer MdB
Pr├Ąsident von EUROSOLAR
Tr├Ąger des Alternativen Nobelpreises


Gru├čwort von Franz Alt - Das ├Âkologische Gewissen

Franz Alt vor seiner eigenen PhotovoltaikanlageWas kann jede und jeder von uns zur ├Âkologischen Transformation im neuen Jahrhundert beitragen?
Egal ob Sch├╝lerIn, ArbeiterIn oder RentnerIn, im Umweltschutz k├Ânnen wir in jeder erdenklich Form aktiv werden. Denn nach 30 Jahren Umweltbewegung ist eines klar: Es bringt nichts, auf die Politik und auf die Politiker zu warten. Umweltschutz muss von unten kommen, jeder B├╝rger muss sich aktiv beteiligen. Dann wird auch die Politik mitziehen, auf dem Weg in ein gutes 21. Jahrhundert.

Ein gutes Beispiel f├╝r eine aktive B├╝rgerbeteiligung ist das geplante B├╝rgerkraftwerk in Freiberg auf der Clemens Winkler Schule. Jeder B├╝rger kann sich daran beteiligen und dieses Projekt Wirklichkeit werden lassen. Au├čerdem zeigen wir damit unseren Kindern, dass wir etwas f├╝r ihre Zukunft tun.
Denn, nur wenn wir die Zukunft selbst in uns sp├╝ren, k├Ânnen wir unseren Kindern Lust darauf vermitteln. Es macht einfach mehr Spa├č, im Einklang mit der Natur zu leben als gegen sie. Und ganz nebenbei entstehen durch ├Âkologisches Wirtschaften Millionen neuer Arbeitspl├Ątze.

Die peinlichste aller faulen Ausreden hei├čt noch immer: "Ich kann ja doch nichts ├Ąndern!" Aber, wer soll denn sonst unsere Zukunft gestalten? ├ľkotechnik allein wird uns nicht retten, wohl aber unser ├Âkologisches Gewissen und eine darauf aufbauende ├Âkologische Ethik. Das Sch├Ânste, was wir ├╝berhaupt besitzen, ist unsere Sehnsucht nach einer heilen Welt im Einklang mit der Natur. Lasst uns diese Sehnsucht hegen und pflegen.

Viel Freude an der Zukunft und viel Vertrauen in die Sch├Âpfung und in die eigene Kraft,

Ihr Franz Alt
www.sonnenseite.com